Die Täuschung durch unser Unterbewusstsein

14.03.2022 / Oliver Wittwer / PDF

UnterscheidungsvermögenAnalysenUnterbewusstsein

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Unsere bewussten Absichten sind oft durchdrungen und manipuliert von unbewussten Absichten, Ängsten, Begrenzungen oder Glaubenssätzen. Und wir selber verkaufen sie uns aber so, als würde sie unserer freien bewussten Entscheidung entstammen. Genau so können auch Gefühle aus unterschiedlichen Quellen stammen: Vom Bettler in uns, der dringend die nächste Bestätigung braucht, von Ängsten, die um jeden Preis etwas verhindern wollen, oder von Glaubenssätzen, die nicht infrage gestellt werden wollen. Oder es sind echte Gefühle aus unserem Sein. Doch auch hier verkaufen wir sie uns so, egal woher sie stammen, als würden sie bedingungslos aus unserem Herzen entstammen und authentisch sein. Und manchmal entstammen diese Gefühle auch mehreren Quellen gleichzeitig, eng verwoben und durchmischt, kaum auseinanderzuhalten.

Und so kann es sein, dass jemand etwas ganz ehrlich meint, und doch unbewusst lügt.
Dass jemand glaubt zu lieben, tatsächlich aber mehr haben als geben will.
Denkt, angstfrei zu sein, tatsächlich jedoch grosse Angst hat.
Meint, selbstbewusst zu sein, tatsächlich jedoch ein starkes Minderwertigkeitsgefühl hat.
Glaubt zu wissen, aber eben doch nur etwas glaubt.

Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, lassen wir uns täuschen. Von uns selber und von anderen. Und wir täuschen auch die Anderen. Und wenn wir dann ent-täuscht werden, müssen wir verurteilen, weil wir dem Gegenüber eine böse Absicht unterstellen „müssen“. Eben weil wir uns nicht bewusst sind, dass in uns Menschen unbewusste Anteile unser Bewusstsein beeinflussen. Doch wenn wir dies wissen, können wir nicht mehr einfach verurteilen, denn wir sehen und fühlen, dass nicht alles schwarz oder weiss ist.