Prüft alles und behaltet das Gute

21.06.2021 / Oliver Wittwer / PDF

SpiritualitätUnterscheidungsvermögenMotivation

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Diese Aussage stammt von einem sehr weisen und wahrheitsliebenden Mann, der vor rund zweitausend Jahren lebte. Wie ich leider immer wieder feststellen musste, scheinen die Anhänger dieses Mannes, und auch generell die meisten Menschen, dieser Aussage weder Beachtung zu schenken noch sie in die Tat umzusetzen.  

Dieser Mann wollte uns Menschen von unseren geistigen Ketten befreien und uns in die Wahrheit und Liebe führen, so seine übermittelten Worte und Mission.

Meines Erachtens ist dieser Satz einer der zentralen Schlüssel zum Vollenden seiner Mission. Aber wie jeder weiss, ist ein Schlüssel erst dann etwas wert, wenn man ihn benutzt. Und erst die Menschen, welche eine Sache in die Tat umsetzen, machen die Veränderung. Die Menschheit könnte tatsächlich schon lange in einer Welt leben, in der das Wahre und Gute vorherrschend wären, würden sie die Tiefe in diesem Satz erkennen und anwenden. 

In diesem Text möchte ich die verborgene Bedeutung dieses Satzes beleuchten:

"Prüft alles und behaltet das Gute"

Der Satz richtet sich an uns Menschen. Wir sollen "alles" prüfen. Selbstverständlich ist das nicht so gemeint, dass wir alles was existiert prüfen sollen. Das wäre unmöglich. Jedoch umfasst dieses "alles" mindestens all das, was durch unsere Ohren und Augen in unseren Geist eintritt. Und natürlich auch unsere eigenen Gedanken. 

Prüfen können wir nur Dinge, mit denen wir uns nicht identifizieren, also welche wir nicht als einen Teil von uns selbst wahrnehmen. Identifikationen bedeuten, dass wir Dinge, Rollen oder Ängste als einen Teil von uns wahrnehmen. Identifikationen sind in der Regel unbewusst und verändern unsere Wahrnehmung der Welt. Da sie als ein Aspekt von uns selbst wahrgenommen werden, empfinden wir sie als "ich". Sie sind also nicht mehr Teil unserer Beobachtung, sondern integraler unbewusster Teil unserer Wahrnehmungsprozesse. Die Wirklichkeit wird dadurch als persönliche subjektive und meistens verzerrte Realität wahrgenommen. Illusion, Täuschung oder Verblendung sind das Resultat. Es ist aber durchaus möglich, Identifikationen als solche zu erkennen und sich von ihnen zu lösen. 

Um unsere Wahrnehmung, unsere Gedanken und natürlich auch unsere Identifikationen zu erkennen und zu prüfen, müssen wir also bewusst, mit anderen Worten "wach" oder "wachsam" sein, und sie aus einer zusätzlichen Warte, der Beobachterperspektive, beobachten.

Nun stellt sich die Frage, wenn wir alles prüfen sollen und es ggf. auch versuchen würden: Sind wir überhaupt dazu in der Lage, das Gute vom Bösen oder Schlechten zu unterscheiden?

Der Überlieferung nach war der Mann, der diese Aussage getätigt hat, in der Lage, Wunder zu vollbringen. Er muss Zugang zu einer uns zumeist verborgenen Wirklichkeit gehabt haben. Und dieser Mann gestand uns diese Fähigkeit zu. Denn täte er dies nicht, hätte er auch nicht eine solche Aussage gemacht. Wir sind nach seiner Auffassung also dazu in der Lage, "alles" zu "prüfen", und das Gute vom Schlechten zu "unterscheiden". Also müssen wir die Fähigkeit in uns tragen, unsere Gedanken, unsere Wahrnehmung und die Informationen, die in uns eindringen, zu beobachten und zu erkennen, ob sie Gut oder Schlecht sind. Und wir können uns entscheiden, was wir behalten wollen. 

Wenn wir also gerne das Gute in der Welt sehen möchten, sollten wir uns diesen Satz zu Herzen nehmen. Wir könnten damit beginnen, in uns selber aufzuräumen, unsere Glaubenssätze zu prüfen und nur die Guten und Wahren zu behalten. Denn tragen wir nur Gutes in uns, können wir auch nur Gutes von uns geben und Gutes tun.