Erinnere dich

24.01.2024 / Oliver Wittwer / PDF

SpiritualitätGlaubenssätzeÄngste

Als du in diese Schöpfung eintratest, wusstest du: "Ich darf alles, ich bin vollkommen frei. Doch ich will Verantwortung tragen für alles, was ich tue, und ich will erfahren, was meine Taten für Auswirkungen auf andere Wesen haben. Ich will erleben, wie es ist, mich alleine, klein, schwach und mit Fehlern und Schuld beladen zu fühlen. Denn so werde ich lernen, was bedingungslose Liebe ist, und ich will sie zu meinem Wesenskern werden lassen".

Nachdem du in diese Schöpfung eingetreten bist, fühltest du die Wirkung deiner Taten, und da wurde dir bewusst, dass dieses "ich darf alles" Konsequenzen auf andere Wesen hatte. Manche wirkten befreiend, andere einengend.

Irgendwann wurde dir eingeflüstert: "Du musst nicht tun, was andere Wesen von dir erwarten".

Es war fast dasselbe wie "Du darfst alles", doch du erkanntest den feinen aber grossen Unterschied in ihnen nicht. Fortan glaubtest du: "Ich muss nicht tun, was andere Wesen von mir erwarten."

Zu Beginn verstandest du diese Worte im Sinne von "Ich 'muss nicht' tun, ...", doch irgendwann, als du begannst, die durch deine Taten in anderen Wesen ausgelösten Gefühle nicht mehr fühlen zu wollen, drehtest du die Worte in der Bedeutung um, ohne die Worte zu verändern: "Ich muss 'nicht tun', was andere Wesen von mir erwarten.". Und du glaubtest an diese Bedeutung.

So erschufst du dir durch die Fehlinterpretation dieser Worte ein mentales Gefängnis, das dich dazu zwang, genau das nicht zu tun, was andere von dir erwarten.

Innerhalb dieses mentalen Gefängnisses gab es nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder du musst dich unterwerfen und das tun, was andere von dir wollen, oder du musst genau das Gegenteil tun. Beides war ein Sklavendasein.

Und so geschah es mit vielen Worten, deren wahre Bedeutung du vergassest oder du sie ins Gegenteil verkehrtest. Aus "Ich liebe DICH" wurde "ICH liebe dich". Aus "Ich will verantwortlich sein" wurde "Ich bin schuld". Aus "Ich sehe und fühle DICH" wurde "Ich sehe DEINE TATEN und ich verurteile dich".

Finde den Weg hinaus, indem du die Worte fühlst, an die du glaubst. So wirst du den versteckten Irrtum in ihnen erkennen. Und dann entscheide dich, dich an ihre wahre Bedeutung und ihr Licht zu erinnern.