Zwischenbilanz zur Menschheit (ungeschönt)

18.09.2021 / Oliver Wittwer / PDF

SpiritualitätPersönlichKritik

Responsive image

Die folgenden Worte sind bewusst herausfordernd. Denn das ist ihr Zweck. Fühlt euch angegriffen, verurteilt, falsch verstanden. Werdet wütend auf mich, wenn ihr meint, ich beziehe es auf euch. Denn ja, das tue ich. Aber dann prüft bitte, was es in euch auslöst. Denn ich habe gelernt, so schmerzlich es manchmal war: Wenn mich etwas persönlich trifft, hat es etwas mit mir zu tun. 

Liebe Menschen und alle, die zumindest biologisch dieser Spezies zuzuordnen sind. Der grösste Teil von Euch steht den in Ställen eingesperrten Nutztieren in nichts nach. Das einzige Streben, welches euch beseelt, ist fressen, und wenn es regnet ein Dach über dem Kopf zu haben. Sogar das Doping durch den geistigen Giftcocktail und das abgemolken werden eurer Arbeitskraft scheint ihr zu lieben. Ja, ab und zu pflanzt ihr euch fort und das höchste Streben dabei scheint zu sein, eurem Nachwuchs beizubringen, wie man ein möglichst unauffälliges, angepasstes und leistungsfähiges Nutztier wird.

Was habt ihr euch eigentlich gedacht, als ihr euch entschlossen habt, hier zu inkarnieren? Habt ihr euch vorgenommen, ein Nutztierleben zu leben und dann auf der Schlachtbank zu enden, wo eure Körper zerschnitten werden? Dem scheint leider so. Euer Geist ist eingesperrt im Lügengefängnis eurer kaputten Seelen. Bestenfalls ein Glimmen eures Seelenlichtes ist davon noch wahrzunehmen, bei den meistens scheint es sogar erloschen zu sein. Was der Zweck eurer Inkarnation ist habe ich noch nicht verstanden. Nun habt ihr euch definitiv und final für die Nutztierhaltung entschieden, indem ihr euch zur Spritze habt hinreissen lassen. Wenn euch die zweite und dritte Spritze nicht um euren Körper oder eure Seele gebracht haben wird, dann wird es die vierte, fünfte oder sechste sicherlich tun.

Dann gibt es noch den Teil von Euch, der sogar Zecken und Moskitos in ihrer Gier übertrumpfen. Die Gier nach Macht, Reichtum und Unterdrückung ist bei euch das einzige Streben, welches in euch existiert, und so gross, dass ihr schon längst geplatzt wärt, wärt ihr diese kleinen Tierchen.

Warum seid ihr auf diesen Planeten gekommen? Ich kann euch nur wünschen, dass ihr wenigstens einen Teelöffel Licht in eure verirrten Seelen hinein lässt. Dann habt ihr, nach einem wohl sehr schmerzhaften und langen Prozess der Läuterung, zumindest die Chance, dass euer Seelenlicht irgendwann wieder zu leuchten beginnen kann.

Auf die Gruppe derjenigen, die sich wie Motten von jedem falschen Lichtchen täuschen lassen in der Hoffnung, dass es ihnen die ersehnte Erleichterung bringen wird, und die in ihrer Angst, sich dem eigenen Schattens zu stellen und dem Dunkel in der Welt in die Augen zu sehen, lieber jedes Glaubenskonstrukt aufsaugen, um doch noch ein bisschen länger in ihrer Liebe-Licht-Scheinwelt zu verharren oder auf ihren Superheld-Erlöser warten, damit sie ja nichts selber richten müssen, will ich nicht weiter eingehen.

Den Rest, nur eine kleine Minderheit, kann ich zumindest ansatzweise als menschlich bezeichnen. Ihr habt begonnen zu erfassen, in was für eine Schlangengrube ihr hier inkarniert seid. Ja, wir haben es uns wohl einfacher vorgestellt. Was wir jetzt erleben, haben wir nicht geglaubt, sonst hätten wir unsere Entscheidung wohl nochmals überdacht. Ja, wir sind ebenfalls beladen mit diesen Schwächen und Lasten wie Ängste, Traumas, mangelnder Selbstwert, falsche Identifikationen und gekränkte Egos. Es fühlt sich für unseren Geist erniedrigend an, so schwach, unvermögend und voller Fehler zu sein, und in einem Körper zu stecken, der der von uns vergessenen Gösse unseres Geistes nicht würdig ist. Wir wollten der Welt das Licht bringen, aber sie hat es nicht erkannt. Ich kann nachfühlen, wie sich dieser Mann damals gefühlt hat, als er am Kreuz hing. Und wie er sich danach fühlte, als er zuschauen musste, wie die Zecken und Moskitos mit seinen Impulsen Mördergruben gezimmert haben, und Milliarden Nutztiere sich von ihnen körperlich oder seelisch schlachten liessen.

Und auch von Euch haben sich viele noch nicht entschieden, ob ihr nicht doch noch den Weg des Nutztieres gehen wollt. Zumindest seid ihr immer noch im Stall und gehorcht dem Bauer: Ihr trag die Maske, fragt um Erlaubnis wenn ihr euch versammeln wollt. Ihr versteckt euch vor den anderen Nutztieren und versucht, wie sie auszusehen und euch wie sie zu verhalten, damit ihr nicht angeblökt oder ausgemuht werdet. Es ist beschämend, dies sehen zu müssen. Aber vielleicht habe auch ich noch zu wenig getan? Ich weiss, wie schwer es sich anfühlt, mit all dieser Last im Innen und im Aussen beladen zu sein, und wie schwer es scheint, endlich den Sprung ins Wasser des Lebens zu wagen. Der Sprung, der uns aus dem Opfer bringt und uns wieder mit uns selber und unserem Schöpfer verbindet. Auch ich habe ihn noch nicht komplett gewagt.

Nach dieser Bilanz komme ich zur traurigen Erkenntnis, dass wir es ohne Hilfe oder ein Wunder wohl nicht alleine schaffen werden aus dieser Mördergrube zu entkommen. Der Weg, den viele wählen und der sich abzeichnet ist leider sehr düster. Vielleicht ist es auch so vorgesehen, dass das Schlachtvieh dort endet, für das es sich entschieden hat. Und die Moskitos und Zecken werden wohl früher oder später von den Exemplaren niedergetrampelt, die leider zu spät erkennen werden, was mit ihnen gemacht wurde.

Wenn nichts Unerwartetes oder das von vielen erhoffte und ersehnte Wunder nicht geschieht, werden am Ende nur eine Handvoll der letzteren übrig bleiben, nämlich diejenigen, die den Schritt zum echten Menschsein gewagt und vollzogen haben werden. Bis heute sehe ich leider erst ganz wenige. Ich hoffe, dass es doch noch ein paar mehr sein werden. Ob ich dazugehören werde? Ich bin mir nicht sicher. Jetzt gerade hänge ich am Kreuz und rufe: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen!"

Morgen werde ich wieder die Kerze der Hoffnung anzünden, mich an ihrem Lichtchen wärmen und weitermachen, in der Hoffnung, dass die Menschheit doch noch aufsteht.