Verlasse die Welt von Maya

26.03.2022 / Oliver Wittwer / PDF

GesellschaftSpiritualitätWeltbilder

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Wir Menschen schauen durch unsere Augen in diese Welt. Wir sehen andere Menschen, Gegenstände, die Natur. Wir orientieren uns an gesellschaftlichen Normen, folgen ungeschriebenen Gesetzen und Vorschriften sozialer oder religiöser Strukturen. Wir streben danach, im Aussen unser Leben zu gestalten, um endlich, irgendwann in unserem Inneren Frieden und Glück zu finden. Wir bekämpfen oder meiden im Aussen, was vermeintlich unser Glück und Wohlbefinden bedroht. Manche streben nach Wissen, um das Aussen besser zu kontrollieren. Es besser zu verstehen, um vermeintlich Sicherheit zu erlangen. Wir stecken fast all unsere Energie in die Veränderung im Aussen, und hoffen auf eine Veränderung in unserem Inneren. 

Sind wir nicht wie Narren, die versuchen den Film auf der Leinwand zu verändern, den wir uns selber vorspielen? Den Film, dessen Drehbuch wir unbewusst in unserem Inneren geschrieben haben, und noch immer selber schreiben. Bemerken wir nicht, dass wir alles, was wir in uns erleben, abhängig von den Handlungen und Ereignissen unseres Filmes machen? Bemerken wir nicht, dass es uns bisher nie wirklich dauerhaft gelungen ist, diesen Film wirklich zu einem Happy End zu bringen, indem wir versuchen, die Handlung auf der Leinwand zu beeinflussen? Bemerken wir nicht, dass die Handlung des Filmes uns immer wieder die gleichen Situationen vorspielte? Wie ein Hamsterrad, in dem wir immer wieder auf der gleichen Stelle treten? 

Schau hin. Schau genauer hin. Alles, was dein Glück bestimmt, deine Gefühle lenkt, ist in dir. Ja, in dir. Schon immer warst du der Schmied deiner eigenen Gefühle. Du warst Herr und bist Herr über deine Gefühle. Nur hast du dir eingebildet, sie wären von äusseren Dingen und Ereignissen abhängig. Warst du glücklich oder traurig, wütend oder voller Angst, waren diese Gefühle in dir. Du hast sie erzeugt. Doch die Herrschaft über dein Befinden, wer darüber bestimmen kann, hast du in fremde Hände gelegt. Du hast dich freiwillig in die Knechtschaft begeben. Deine Herrschaft abgegeben. Du wolltest die Handlung des Films auf der Leinwand verändern. 

Nimm den Stift und verändere das Drehbuch! 

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, sagt ein altes Sprichwort. Und es ist so unfassbar tief wahr. Weil wir voller Glaubenssätze sind, ein Weltbild übernommen haben, das fast ausschliesslich im Aussen fusst, das die Scheinrealität zu unserer Wirklichkeit gemacht hat. Du siehst, was du glaubst. Du erschaffst deine eigene Realität. Und meistens hat sie mit der Wirklichkeit, mit der Wahrheit, nicht viel gemein. 

Verlasse Maya, die Welt der Illusion. Du bist nicht das, was du glaubtest zu sein. Du bist nicht eine Rolle, nicht dein Erfolg, nicht dein Äusseres, nicht die Anerkennung, die du dir mühsamst zusammengebettelt hast. Du bist so viel mehr! 

Lüfte den Schleier der Täuschung. Ermächtige dich selbst wieder klar zu sehen. Schmeiss deine illusorischen Glaubenssätze, deine Konzepte über die Welt, deine zahlreichen Identifikationen mit Rollen, Titel und Masken über Bord. Sie hielten dich gefangen in Maya, der grossen allumfassenden Illusion. Nimm die Herrschaft wieder zurück in deine Hand. Lebe, liebe, fühle - was du bist - was ist.